Von ethischen Fragen des Wirtschaftens liest man in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wenn überhaupt, im Feuilleton. Heute fand sich ausnahmsweise im Wirtschaftsteil ein Kommentar zu ethischen Fragen der Ökonomie mit dem Titel “Das Nadelöhr“. Der Kommentator bezieht sich auf den Katholikentag und beklagt die Hinwendung der katholischen Kirche zu den Armen und fordert die moralische und theologische Rechtfertigung von “Gründergeist, Risikofreude und Profitgier”, die er als positive persönliche Eigenschaften der Reichen sieht.
Allein schon diese Etikettierung ist widersprüchlich. Einerseits erliegt der Kommentator dem Survivorship Bias und sieht nicht die Massen der Gescheiterten, die sich ebenfalls mit den Eigenschaften von “Gründergeist, Risikofreude und Profitgier” etikettiern lassen aber erfolglos blieben, andererseits kann unternehmerischer Erfolg aus den verschiedensten Bestimmungsgründen resultieren, die nicht in der Person liegen, einer meiner Lieblingsgründe ist der Zufall.
Weiterhin übersieht der Kommentator wichtige Konzepte des christlichen Glaubens. Da wären die göttliche Gerechtigkeit, die nicht auf dieser Welt stattfindet sondern im Himmel und die Erlösung, die von Gott gegeben wird, die man sich nicht verdienen kann Epheser 2,8-9:
Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft – Gott hat es geschenkt -, nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann.
Die katholische Kirche ist also der falsche Adressat zur moralischen Rechtfertigung des Reichtums. Natürlich findet der Kommentator die Rechtfertigung auch nicht wirklich in der aktuellen Wirtschaftslehre, denn hier hat hier hat Bernard Mandeville seine Spuren hinterlassen. Seine Version der “Unsichtbaren Hand”, niedergelegt in der Bienenfabel, geht von einer negativen Korrelation zwischen persönlichem Verhalten und öffentlichem Nutzen aus.
Selbstverständlich wird der Kommentator auch bei Kant nicht fündig werden. Der gute Wille, die Pflicht und der kategorischen Imperativ wirken selbstlos, verfolgen keine Belohnungsabsicht. Kant würde dem Kommentator wahrscheinlich empfehlen zu versuchen sich aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien, denn nichts anderes ist die Zuschreibung der Profitgier als “Triebfeder” guten Handelns.
Groß war der Jubel im Willy-Brandt-Haus als gestern um 18 Uhr die ersten Zahlen präsentiert wurden. So viele Fahnen bzw. Euphoriefetzen wie lange nicht mehr schwenkten über den Köpfen der Besucher. Und es waren in der Tat deutlich mehr Besucher als eine Woche zuvor zum Schleswig-Holsteiner Wahlabend.
Der Satz eines Parteimitglieds “Heute sind sie alle da” war insbesondere auf Funktionsträger in Partei und Bundestag gemünzt, die sich eine Woche voher, zur Schleswig-Holstein Wahl eher rar gemacht hatten.
Ein sichtlich entspannter Sigmar Gabriel erläuterte seine Sicht der Dinge zur Wahl und würdigte Hannelore Kraft und ihr Team.
Sigmar Gabriel wies in seiner politischen Bewertung des gestrigen Wahlsieges darauf hin, daß regierungsfähige rot-grüne Mehrheiten auch mit Parlamentseinzug der Piraten möglich sind. Dies ist zwar eine Tatsache für Nordrhein-Westfalen, für die Bundestagswahl 2013 kann dies nur eine Hoffnung sein. In Nordrhein-Westfalen scheint die SPD die Deutungshoheit über die landesspezifischen gesellschaftlichen Herausforderungen zu besitzen und konnte mit den Grünen die Wahlen gewinnen, im Bund muß die Deutungshoheit noch erlangt und verteidigt werden um 2013 erfolgreich sein zu können.
Ich habe mein Blog ab heute werbefrei gestellt, d.h. es werden keine Werbemittel innerhalb oder unterhalb der Blogposts von und für WordPress angezeigt. Dafür zahle ich 30 $ im Jahr an WordPress. Diese Zahlung mache ich gerne, verfolge ich mit diesem Blog keinerlei kommerziellen Interessen bzw. Gewinnabsichten. Einzig in der Sidebar unter “Spread the word” liste ich Netzwerke, Vereine oder Veranstaltungen, die gemeinnützigen Charakter haben, auf.
Feels good! #ilike
Es scheint, als versuche sich der ein oder andere an einem unfairen Spiel. Seit einigen Tagen bekomme ich unverlangt Wahlwerbung zur Wahl der Vertreter für die IHK Vollversammlung per Mail. Unfair ist das nicht nur gegenüber den Adressaten der Werbung sondern auch gegenüber den Mitbewerbern dieser Kandidaten. Die Wahlordnung der IHK Berlin erlaubt zwar Wahlwerbung in begrenztem Umfang:
§ 9 Wählerlisten
(6) Die IHK ist berechtigt, Name, Firma und Anschrift von Wahlberechtigten an Bewerber (§ 11) oder deren Bevollmächtigte zum Zwecke der Suche von Unterzeichnern des Wahlvorschlags (§ 11 Abs. 3) sowie zum Zwecke der Wahlwerbung zu übermitteln. Die Bewerber oder deren Bevollmächtigte haben sich dazu schriftlich zu verpflichten, die übermittelten Daten ausschließlich für Wahlzwecke zu nutzen und sie spätestens nach der Wahl unverzüglich zu löschen bzw. zu vernichten.
Von Mailadressen ist da nicht die Rede. Die IHK hat mir glaubwürdig versichert, daß ich nicht in ihren Datenbanken mit Mailadresse gelistet bin und daß sie auch keine Mailadressen an Dritte weitergibt. Da ich ich weder Mitglied der IHK Berlin noch wahlberechtigt bin, gehe ich von der Richtigkeit der Information durch die IHK aus .
Den beworbenen Kandidaten sollten eigentlich die Regularien des TKG und BDSG, sowie der Wahlordnung der IHK bekannt sein. Bekomme ich weiterhin unverlangt Wahlwerbung, werde ich mir vorbehalten, geeignete Schritte unternehmen.
Und ja – der Wechsel des Veranstaltungsorts hat der re:publica sehr gut getan. Über 4000 Gäste fanden in der Station Berlin den Platz, den re:publica-Veteranen in den letzten Jahren schmerzlich vermißten. Acht Stages unterschiedlicher Größe waren für die Sessions ausreichend. Der ehemalige Innenhof des Postbahnhofs wurde als Ausstellungsfläche der Sponsoren und Kooperationspartner genutzt und hier war mit dem “Affenfelsen” ein Treffpunkt und Relaxbereich zum Verweilen, Schauen und Palavern eingerichtet. Die nichtelekronische Twitterwall, sehr skurril, die Tweets wurden ausgedruckt und an die Wand geklebt, war hier ebenfalls zu finden. Klug wurde der Außenbereich vor der Halle 3 genutzt. Der Bereich war frei zugänglich und somit hatten auch Leute ohne Eintrittskarte die Gelegenheit sich mit Besuchern zu treffen und das Catering zu genießen. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht, unterstützt durch das freundliche Wetter.
Organisation und Ablauf der re:publica sind professioneller geworden, jedoch nicht zum Schaden des Inhalts der Konferenz.
Mein Vorhaben, möglichst Sessions mit für mich neuen Inhalten zu besuchen, konnte ich umsetzen. Dabei habe ich mich auf Sessions aus den Tracks Design, Gesundheit sowie Lehrer und Schule konzentriert.
Spannend war die Fummelsession, in der Interaktions Designer berichteten wie sie in Räumen mit anonymen Beziehungen u.a. mittels digitaler Technologien bewohneradäquate Nachbarschaften anstiften. Ihre Projektseite findet sich hier.
Afrika und eine lebendige mobile Digitalisierung war eine neue Einsicht für mich, die sich mir durch Mark Kaigawa, einem Blogger aus Nairobi erschloß. Er berichtete über digitale Innovationen aus dem Kontinent wie dem sozialen Netzwerk MXit und der iCow, einer App, mit der sich Farmer untereinander oder mit Tierärzten über alle Facetten der Rinderhaltung per SMS austauschen können.
Was passiert wenn Zukunftstechnologie, die Captain Kirk vom Raumschiff Enterprise im Film nutzen kann, in den Händen von Schülern sind? Die Frage wurde diskutiert, man ahnt schon in welchem Zusammenhang – Kontrollverlust – mspro läßt grüßen. Wie wird Schule damit umgehen? Antwort blieb offen.
Nach der Diskussion zu “Lehrerinnen online – ein Bloggerinnen-Treffen” blieb ich ein wenig ratlos zurück. Einerseits scheint es Beispiele für erfolgreiches Bloggen von Lehrerinnen ohne Probleme mit Schulleitung, Lehrerkollegen, Eltern und Schülern zu geben, andererseits bekannten potentielle Blogerrinnen erhebliche Ängste vor der Reaktion auf veröffentlichte Inhalte, die sie vom Bloggen zurückschrecken ließen. Aufklärung und Ermutigung ist an dieser Stelle gefragt.
#ironblogger Berlin waren offline sehr cool #Nachtrag #rp12 @sebastiank @moellus @pausanius @antischokke @horax—
Karsten Lucke (@karstenlucke) May 06, 2012
Das Iron Blogger Treffen war ein schönes Erlebnis, waren einige der Mitblogger für mich virtuelle Bekanntschaften und wir haben uns erstmalig face-to-face gesehen. War mir eine große Ehre! Zudem konnten zwei neue Blogger gewonnen werden.
@Franz_589 Ich bin ja den #ironblogger beigetreten. Das hilft der Blogdisziplin auf die Sprünge. —
Martin Delius (@martindelius) May 06, 2012
Der republicup wurde ein sehr schöner Erfolg, Dank an alle Mitspieler:
1.470 EUR wurden bei uns für @myhandicapde erspielt, wir machen 2.000 EUR draus und sagen Danke für eine Hammer re:publica12!! #rp12 #rcup12—
nugg.ad AG (@nuggad) May 04, 2012
Zusammengefaßt, ich bin mit der diesjährigen re:publica rundum zufrieden (auch nach längerem Nachdenken habe ich keinen wirklich relevanten Kritikpunkt gefunden), danke den Veranstaltern und bin nächstes Jahr bestimmt wieder dabei.
Übermorgen also geht es los, die re:publica 2012 startet an einem neuen Veranstaltungsort, der Station-Berlin, einem ehemaligen Postbahnhof. Hier wird genügend Platz für die siebzehn Tracks mit fast 200 Stunden Programm und ca. 3000 erwarteten Teilnehmern sein. Freue mich sehr, daß die Bloggerkonferenz in Kreuzberg stattfindet. Heute mittag hieß es für den Vorverkauf sold out.
Einen finalen Plan welche Sessions genau ich besuchen werde habe ich noch nicht, versuche aber all die Sessions ausschließen, von denen mir die Speaker persönlich bekannt sind, bzw. die ich schon einmal gehört habe, oder in der die Thematik zu nahe zu meiner Arbeitswelt ist, mit einer Ausnahme. Warum ich so vorgehen werde? Das ist natürlich nichts Persönliches gegen mir bekannte Speaker aber eine zu starke Fokussierung auf bekannte Inhalte oder bekannte Speaker verringert m.E. die Chance auf total Überraschendes, auf wirklich für mich Neues, auf Aha-Erlebnisse bei einer solchen Veranstaltung.
Auch in diesem Jahr gibt es über die Tage ein begleitendes buntes Kulturprogramm. Fest gebucht sind bei mir selbstverständlich das erste bundesweite Iron Bloggertreffen mit gemeinsamer Bierkassenleerung und das sogenannte Traditionsabendessen einer kleinen, konspirativen Gruppe von Datenanalysten.
Besonders hinweisen darf ich auf das re:publicup 2012 Kickerturnier, das von nugg.ad als Kooperationspartner der re:publica veranstaltet wird. Hier verliert keiner wirklich und für jedes Tor gegen nugg.ad wird es von dem Unternehmen eine Spende an die Stiftung myhandicap.de geben.
Ich bin gespannt auf die nächsten Tage und freue mich auf das Klassentreffen.
Mein Kurztrip nach Frankfurt am Main hat sich überraschenderweise auch kulinarisch gelohnt. Dank Jens war ich gestern abend im Walon & Rosetti, einer Bar im Bahnhofsviertel. Ich habe mich auf die Empfehlungen des Wirtes, Radu Rosetti, vollständig verlassen und wurde nicht enttäuscht. Als leichtes Abendessen empfahl er lauwarmen Heilbutt mallorquinische Art mit Tomaten, Avocado, Chilli etc., sehr spicy, vielleicht ein wenig zu spicy für meine Geschmackspapillen aber sehr lecker und absolut lohnenswert.
Zum Essen empfahl Radu als Weißwein einen Franzosen, einen Cuvée, den Namen habe ich vergessen. Eigentlich kein Freund von Cuvées war auch diese Empfehlung genau richtig, der Wein harmonierte bestens mit dem Essen und aus einem Glas zum Essen wurden mehrere nach dem Essen.
Ausdrücklich lobenswert sind Freundlichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter.
Ich empfehle die Bar nachdrücklich und rate jedem, der dort einkehrt nach den tagesfrischen Gerichten zu fragen, die nicht auf der Karte stehen. Es lohnt sich! Und ich werde wiederkommen.
Ein volles Haus hatte gestern nachmittag Wikimedia Deutschland zum Tag der offenen Tür in Kreuzberg. Mitarbeiter, Mitglieder und Gäste kamen in der Obentrautstraße zusammen um die neuen Räumlichkeiten zu besichtigen oder um sich über die Arbeit des Vereins zu informieren.
Sebastian Sooth erläuterte das Raumnutzungskonzept, das unter anderem einen freien Space von Interessierten an freiem Wissen beinhaltet und so ein erster Schritt zu einem “Haus des freien Wissens” an diesem temporären Standort ist. Der freie Space ist in dieser Phase freilich erst nach Anmeldung nutzbar. Vielfältige Mitwirkungsmöglichkeiten für Interessierte werden angeboten und wir erfuhren, daß sogar ein Mikroskop vorhanden sei, das gerne zur Wissensgenerierung zur Verfügung gestellt wird.
Schwerpunkt des Standortes ist ein Großraumbüro, das flexibel, je nach Platzanforderung von Projekten, Themen etc, ausgerichtet werden kann. Das Projekt Wikidata mit ca. elf bis zwölf Mitarbeitern, beansprucht dabei einen gehörigen Platz.
Über das Projekt Wikidata informierte mich Nicole Ebber. Eine zentrale Datenbank mit statistischen Daten wird aufgebaut. Aus dieser werden die Daten automatisiert und sprachenübergreifend in Wikipediaartikel einpflegt und können auch externen Anwendern zur Verfügung gestellt werden. Inhalte können so wesentlich schneller und kostengünstiger aktualisiert werden. Die Eingabe in die zentrale Datenbank erfolgt allerdings manuell.
Es war ein sehr interessanter und lehrreicher Nachmittag, selbstverständlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz.
Und um 18 Uhr wurde dann zur Freude vieler auch ein ganz besonderer Kühlschrank geöffnet.
Wir kennen alle die Vielfalt der Blogosphäre. Von Artblogger über Laufblogger bis hin zu Wissenschaftsblogger spannt sich das Universum.
Ganz vorn dabei und brandneu sowie brandheiß sind die Iron Blogger. Die Ironblogger kann man demnächst live und in Farbe auf der re:publica beim eisernen Biertrinken treffen.
Ich poste hier mit freundlicher Genehmigung von antischokke den Aufruf zum gemeinsamen Biertrinken:
Wenn ihr aufmerksam die letzten Ergebnislisten studiert habt, ist es euch sicher aufgefallen: Die Bierkasse muss dringend wieder geleert werden! 240 Euro warten darauf, von uns in Bier umgesetzt zu werden.
Bei der re:publica (2.-4. Mai 2012, Station Berlin) ist es endlich soweit: Das zweite Treffen der Berliner Iron Blogger wird zugleich auch das erste bundesweite Treffen. Wir laden die Ruhrpott-Blogger und die Freiburger ebenso ein, ihre Kassen auf der großen Bloggerkonferenz gemeinsam mit uns zu leeren.
Wir treffen uns am 3. Mai um 21 Uhr in der re:fill-bar auf dem #rp12-Gelände der Station Berlin. Die Bar ist am Abend auch für Bloggerinnen und Blogger ohne re:publica-Ticket zugänglich und hat bis 1:00 Uhr geöffnet. Kommt und trinkt zahlreich!
Und wenn ihr Lust habt, einem der bestehenden Teams beizutreten oder gar eine eigene Sektion zu gründen: Tut das! Mitgliedsanträge können nach Aufsagen der Regeln vor Ort ausgefüllt werden.
Alle Fragen gerne hier in den Kommentaren oder per Mail an Michelle Thorne und Nicole Ebber unter ironbloggerberlin@gmail.com.
Liebe Netzgemeinde.
Mit Unverständnis
habe ich Ihr Wahlprogramm gelesen
und sehe mich daher genötigt,
sofort ein Gedicht zu schreiben.Ihre Haltung ganz allgemein
ist ebenso verwirrt wie passé
und hinterlässt mich daher
perplex.Ganz offensichtlich
verstehen Sie nicht,
wie wir die Probleme
auf der Welt lösen können.Aus der Geschichte
sollte jeder wissen,
dass Ihre Position gescheitert ist.Somit hoffe ich,
dass mein Gedicht
diese Diskussion endlich beendet.(Und damit vorerst basta!)
Den Offene Briefe Generator von Wortfeld auszuprobieren hat mir große Freude gemacht. Abgeschaut habe ich mir die lyrischen Aktivitäten bei antischokke, tristessedeluxe und barbnerdy.
Danke Iron Blogger Berlin!